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Lebendiger Rhein

...Fluss der tausend Inseln


Ziel des NABU-Projektes  Lebendiger Rhein - Fluss der tausend Inseln  (Laufzeit 2001 – 2008) war es, zu erproben, wie an der meist befahrenen Binnenwasserstraße Europas wieder Platz für naturnahe Flussbett- und Uferstrukturen geschaffen werden kann. Die gewonnenen Erfahrungen liefern unter anderem Impulse für die Umsetzung des Rheinprogramm 2020 und der EU-Wasserrahmenrichtlinie am Rhein.

15 konkreten Modellvorhaben am frei fließenden Rhein zwischen Iffezheim und der deutsch-niederländischen Grenze setzte der NABU gemeinsam mit verschiedenen weiteren Akteuren Maßnahmen für einen Rhein um, der nicht nur Schifffahrtsstraße sondern auch Naturlandschaft ist. Dazu gehören:


naturnahe Uferabschnitten
dynamische Kiesinseln außerhalb der Fahrrinne
flusstypische Flachwasserbiotope im Schutz von Leitwerken und Buhnen
neue Rheininseln z.B. durch Anlage von Nebenrinnen

 


Drei NABU-Fachinstitute an Ober-, Mittel- und Niederrhein waren über eine Laufzeit von insgesamt fünf Jahren mit der Realisierung des Projektes befasst.

Modellprojekte

Kernelemente des Projektes „Lebendiger Rhein – Fluss der tausend Inseln“ sind die 15 Modellprojekte zur Revitalisierung verbauter Ufer an der Wasserstraße Rhein. Einen Überblick über die Modellprojekte geben die unten stehende Tabelle und Karte.


Realisierte Projekte

 

Sieben Modellmaßnahmen plante und setzte der NABU innerhalb der Projektlaufzeit um, vier weitere liegen als Planungen vor, konnten aber aus verschiedenen Gründen nicht innerhalb der Projektlaufzeit realisiert werden. Bei den realisierten Projekten handelte es sich überwiegend um relativ einfach umzusetzende Vorhaben wie den Rückbau von Uferbefestigungen und den ökologischen Umbau von Strombauelementen, die ohne langwierige Planfeststellungsverfahren realisiert werden konnten.
Zu diesen Maßnahmen erfolgten Erfolgskontrollen in Form der Erhebung verschiedener Parameter vor und nach Umsetzung der Maßnahme.

 

Planungsprojekte

 

Sechs Modellvorhaben widmeten sich weitergehenden Fragestellungen und Zielen, die nicht innerhalb von 5 Jahren zu realisieren waren, so etwa der Anlage von Nebenrinnen oder dem Umbau von Buhnenfeldern und Leitwerken. Zu diesen Vorhaben erstellte der NABU innerhalb der Projektlaufzeit Machbarkeitsstudien und z. T. Entwurfspläne. Deren Realisierung ist zum Teil im Rahmen von Nachfolgeprojekten in Arbeit (life-rhein-bislich.de, life-rhein-emmerich.de)

Der zeitliche und finanzielle Umfang des Projektes erforderte die Beschränkung auf eine Auswahl zu bearbeitender Themen aus der Gesamtpalette struktureller Probleme des Rheinstromes. Die Modellprojekte lassen sich folgenden Themen bzw. Handlungsfeldern zuordnen:


Rückbau von Uferbefestigungen / Redynamisierung der Ufer

 

Steinschüttungen, Steinpackungen und Ufermauern wurden in sechs Modellprojekten in unterschiedlichen naturräumlichen und strombaulichen Situationen rückgebaut und damit insgesamt etwa 2,6 km Rheinufer entsteint. Bei einzelnen Maßnahmen wurden zusätzlich Uferpartien abgeflacht. Die weitere Gestaltung wurde der Dynamik des  Rheins überlassen.

Ökologischer Umbau von Strombauelementen - An vielen Abschnitten des Rheins kann mit Rücksicht auf die Wasserstraße, den Hochwasserschutz oder anliegende Bebauung auf die Strombauelemente und Befestigungen nicht verzichtet werden. Fünf Modellprojekte stellen Beispiele vor, wie durch bauliche Anpassungen auch ökologische Ziele integriert werden können, ohne die strombaulichen Funktionen zu beeinträchtigen.

 

Nebenrinnen, Stromverzweigungen, Nebengewässer 

 

Den natürlichen Rheinstrom prägte die enge Verzahnung von Strom und Aue. Inseln, Stromverzweigungen, Nebenrinnen, Flutrinnen und Altarme waren Elemente einer amphibischen Stromlandschaft mit einer kleinräumigen Vielfalt an Tiefen-, Strömungs- und Substratverhältnissen. Der Ausbau zu einer dauerhaft befahrbaren Schifffahrtsstraße konzentrierte das Wasser immer stärker auf den Hauptstrom. Damit verschwand die natürliche Vielfalt der Gewässerstrukturen zunehmend. Die Wiederherstellung solcher Gewässerstrukturen in direkter Verbindung zum Rhein ist Gegenstand mehrerer Planungsprojekte.

Viele Köche….

…starke Partner. Für den Strom und seine Überschwemmungsgebiete sind zahlreiche Behörden und Institutionen zuständig, die zudem auf Bund und Länder verteilt sind. Dies erschwert die Umsetzung konkreter Maßnahmen zur Revitalisierung des Flusses.
Um neue Wege und Kooperationen im Spannungsfeld Wasserstraße, Naturschutz und Hochwasserschutz zu entwickeln und zu erproben und um durchsetzbare Planungen zu erhalten, praktizierte der NABU die frühzeitige und umfassende Einbindung der Akteure auf allen Projektebenen.  


Projektbeirat

 

Auf der  Bundesebene begleitete ein Beirat das Projekt. Dieser bestand aus Vertretern des Bundesumweltministeriums, des Bundesamtes für Naturschutz, der Wasser- und Schifffahrtsdirektionen West und Südwest, der Bundesanstalt für Gewässerkunde, der Deutschen Kommission zum Schutz des Rheins, der Universitäten Rostock und Karlsruhe sowie der beteiligten Länder.
Der Beirat erörterte die Modellvorhaben vorab und diskutierte grundlegende Fragen der Realisierung. Die Ressort übergreifende Diskussion auf dieser Ebene erwies sich als wichtiges Element für den Erfolg des Projektes. Den Beiratsmitgliedern gilt  unser besonderer Dank.

 

Projektbegleitende Arbeitskreise

 

Auf der Ebene der einzelnen Modellvorhaben kamen weitere Beteiligungsinstrumente zum Einsatz. Neben Projekt begleitenden Arbeitskreisen, in denen die regionalen Akteure und die relevanten gesellschaftlichen Gruppen zu wesentlichen Planungsschritten eingebunden wurden, fanden Behördentermine, Expertenrunden und zahlreiche Einzel-Konsultationen statt.

Förderer - Das Projekt wurde unterstützt von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), der Deutschen Umwelthilfe (DUH), der Michael-Otto-Stiftung, der Kurt Lange Stiftung, der Stiftung Naturschutzfond Baden-Württemberg, dem Land Rheinland-Pfalz, der Europäischen Union (Interreg IIIB) und mittelbar von der Firma Kyocera-Mita Deutschland.

Info

Hier finden Sie Informationen zum Projekt Lebendiger Rhein - Fluss der tausend Inseln.

> Projekt-Website