VEW

Wald

Die NABU-Naturschutzstation Niederrhein liegt nicht nur am Rande der Rheinniederung, sondern auch an der Stauchmoräne. Diese ist weithin von Wald, genauer dem Reichswald, bedeckt. Auch wenn dieser im zweiten Weltkrieg zu großen Teilen verwüstet und danach schnell mit Nadelholz wiederbegründet wurde, finden sich hier dennoch einige bedeutsame, alte Buchen- und Eichenwälder. Diese liegen schwerpunktmäßig im Naturschutzgebiet Geldenberg im Zentrum des Reichswaldes.


Daneben stößt man aber auch immer wieder auf kleine und kleinste Bestände mit alten, krumm gewachsenen Buchen und Eichen, mit tief ansetzenden Kronen. Diese Wälder sind ganz offensichtlich keine modernen Wirtschaftswälder, sondern in einer Zeit entstanden, in der Waldweide und Nieder- oder Mittelwald üblich waren.
Wiederum ein komplett anderes Waldbild zeigt sich am südlichen Waldrand, westlich der Straße Bundesstraße 504: Auf den armen Sandböden wurden großflächig einförmige Kiefern-Bestände angepflanzt. Aber am unmittelbaren Waldrand und in einigen Lücken im Wald hat sich Heidevegetation eingestellt. Zusammen mit Trockengebüsch und Sandmagerrasen stellt dies einen wichtigen Lebensraum für fünf Reptilienarten dar.

 

Alles in allem Grund genug für die NABU-Naturschutzstation Niederrhein, zusammen mit dem Forstamt und oft auch den niederländischen Nachbarn die Naturschutzbedeutung des Reichswaldes weiter zu verbessern.


Im Ketelwald-Projekt wurde an die frühere Einheit des Waldes zwischen Kleve und dem niederländischen Nimwegen erinnert: die Bezeichnung Ketelwald ist der mittelalterliche Name für den Gesamtwald bevor er zunächst nur nach Eigentum, später auch durch Rodung und Staatengrenze zweigeteilt wurde. Im Rahmen des Projektes wurde u. a. der Zusammenhang der beiden Waldteile durch eine Waldverbund-Maßnahme verbessert.
Daran schließt sich das Projekt Auf den Spuren der Waldgeschichte an. Auch hier wird mit den niederländischen Nachbarn Natuurmonumenten und Staatsbosbeheer  zusammengearbeitet. Die Geschichte des Waldgebietes soll bekannter und erlebbar gemacht werden.

Auch das dritte Wald-Projekt Netzwerk Grüne Grenze schließt an das Ketelwald-Projekt an. Wurden in jenem Projekt noch einige kleine Flächen am Waldrand in Heide umgewandelt, soll bei diesem Projekt der Waldrand auf größerer Länge vorsichtig geöffnet werden. Das schafft Lebensraum für Wildbienen, Schmetterlinge und Reptilien wie zum Beispiel die Schlingnatter. Da gleichzeitig Natuurmonumenten zusammen mit dem Kiesunternehmen Teunesen das unmittelbar angrenzende Gebiet renaturieren, bietet sich eine grenzübergreifende Kooperation und Pflege an.

Info

Hier finden Sie Informationen zu der Naturschutzarbeit im Wald der NABU-Naturschutzstation Niederrhein.