Artenschutz

Das Artenschutzrecht dient dem Schutz von Individuen und Populationen wild lebender Tiere und Pflanzen. Zu diesem Zweck wurden auf verschiedenen politischen Ebenen mehrere, sich ergänzende Schutzgesetze und -Verordnungen erlassen.

 

Weltweiter Artenschutz: Washingtoner Artenschutzübereinkommen

Auf globaler Ebene ist das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora, CITES) zu nennen, das den Handel gefährdeter Tier- und Pflanzenarten regelt und begrenzt. Weltweit sind diesem Abkommen zur Zeit 178 Länder beigetreten. Für alle Länder der Europäischen Union wird das Washingtoner Artenschutzübereinkommen durch die EU-Artenschutzverordnung als verbindliche Rechtsvorschrift festgesetzt.

 

Artenschutz der EU: Vogelschutzrichtlinie und FFH-Richtlinie

Darüber hinaus gilt für alle Mitgliedsstaaten der EU die EU-Vogelschutzrichtlinie, die den Erhalt aller wildlebenden Vogelarten zum Ziel hat und hierfür den Schutz der Arten aber auch die Bewirtschaftung und Regulierung regelt. Die FFH-Richtlinie (Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie) zielt darüber hinaus darauf ab, auch für andere wildlebende Tier- und Pflanzenarten, die bedroht, potenziell bedroht, selten oder endemisch sind, sowie ihre natürlichen Lebensräume einen „günstigen Erhaltungszustand“ (das heißt, eine dauerhaft beständige Population in einem dauerhaft ausreichend großen Lebensraum) zu bewahren oder wiederherzustellen und somit die Artenvielfalt zu sichern. Für einen Teil der Arten, die unter den Schutz der FFH-Richtlinie oder der Vogelschutzrichtlinie fallen, müssen Schutzgebiete („Natura 2000“) ausgewiesen werden.

 

Natura 2000 am Niederrhein

Natura 2000-Gebiete am Niederrhein sind zum Beispiel das „Vogelschutzgebiet Unterer Niederrhein“ oder die FFH-Gebiete „NSG Kranenburger Bruch“, „NSG Emmericher Ward“, „NSG Salmorth, nur Teilfläche“ und „NSG Hetter-Millinger Bruch, mit Erweiterung“. In den jeweiligen Gebietsbeschreibungen wird festgehalten, für welche Arten und Lebensräume die Unterschutz-Stellung konkret erfolgt ist und was die Ziele sind. Hauptzielarten für das „Vogelschutzgebiet Unterer Niederrhein“ sind z.B. bis zu 200.000 arktische Wildgänse (v.a. Saat- und Blässgänse), die hier überwintern und für die ausreichend ungestörte Gewässer als Schlaf- und Wiesen als Äsungsplätze vorgehalten werden sollen. Zu den Zielarten zählen auch weitere Rastvögel und Wintergäste wie Sing- und Zwergschwan. Das Vogelschutzgebiet soll außerdem dem Schutz vieler Brutvögel wie Fluss- und Trauerseeschwalben, Flussregenpfeifer, Wiesenbrütern wie Uferschnepfen, Kiebitzen, Rotschenkeln, Großem Brachvogel und Wachtelkönig oder Arten der Auenwälder wie Pirol und Nachtigall dienen. Auch (FFH-)Lebensräume, die vielen Vogelarten aber auch anderen Tieren und Pflanzen wie dem Kammmolch eine Heimat bieten, sind Schutzgegenstand des Vogelschutzgebietes. So zum Beispiel natürliche eutrophe Seen mit einer Vegetation des Magnopotamions oder Hydrocharitions oder Flüsse mit Schlammbänken mit Vegetation des Chenopodion rubri und des Bidention (3270).

 

Ergänzender Artenschutz in Deutschland

Über die EU-weit gültigen Vorschriften zum Artenschutz hinaus beinhaltet auch das Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) ein eigenes Kapitel zum Artenschutz. Hier werden Verbote und Ausnahmen für die Beeinträchtigungen wildlebender Tiere und Pflanzen im Allgemeinen als auch noch strengere Vorschriften für besonders geschützte und streng geschützte Arten unabhängig vom Schutzstatus einer Fläche formuliert. Die besonders geschützten und streng geschützten Arten werden in der Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV) aufgeführt. So ist es beispielsweise auch außerhalb von Schutzgebieten verboten, die besonders geschützte Gelbe Teichrose aus wildlebenden Populationen der Natur zu entnehmen, sie oder ihre Standorte zu beschädigen oder zu zerstören.

 

Artenschutz bei der NABU-Naturschutzstation Niederrhein

Die NABU-Naturschutzstation setzt sich mit ihrer Arbeit für die Einhaltung der Vorgaben aus Vogelschutz- und FFH-Richtlinie sowie des Bundesnaturschutzgesetzes und der Bundesartenschutzverordnung ein. In den naturschutzfachlich betreuten Schutzgebieten wird ein regelmäßiges Monitoring vorgenommen um negative Entwicklungstrends der Zielarten und –Lebensräume festzustellen und Gegenmaßnahmen ergreifen zu können. Diese reichen von kleineren Maßnahmen wie Heckenpflege und naturschutzgerechter Mahd wertvoller Orchideenwiesen bis hin zu Naturschutzgroßprojekten zum Schutz von Wiesenvögeln wie den LIFE-Projekten in der Hetter und in der Düffel.

Mehr Infos zum...

... Naturschutz im Kreis Kleve gibt es halbjährlich im Nikk.

 

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