Gänse erforschen

Wenn Ende Januar oder im Februar das Wetter langsam milder wird, beginnen die ersten Gänse wieder ostwärts zu ziehen. Ende Februar verlässt der größte Teil der Gänse den Niederrhein - ein kleiner Teil bleibt noch bis Ende März.

 

Von Mitte März bis Ende Mai ziehen die Gänse über Ostdeutschland, das Baltikum, Weissrussland in die arktische Tundra. Von Juni bis August verrichten sie dort ihr Brutgeschäft. Die Zeit ist sehr knapp bemessen: Wenn sich die Schneeschmelze um ein paar Tage verzögert oder der Winter früher einkehrt, reicht die Zeit nicht zur Aufzucht der Jungen. In schlechten Jahren kann es dazu kommen, dass die Wildgänse daher keinen Bruterfolg haben. 

 

Um die Gänse in den Brut-, Rast- und Überwinterungsgebieten effektiv schützen zu können, sind Forschungsarbeiten zum Bruterfolg, dem Zugverhalten und ein kontinuerliches Monitoring der Bestände unerlässlich.

 

 

Monatliche Gänsezählungen

Im Winterhalbjahr finden von September bis April europaweit synchronisierte Zählungen der überwinternden Wildgänse satt. In Nordrhein-Westfalen werden diese Zählungen von der Nordrhein-Westfälischen Ornithologengesellschaft koordiniert.

Gänse zählen bitteAn den entsprechenden Wochenenden zählen in ganz Europa und natürlich auch am Niederrhein ehrenamtliche Ornithologen die Bestände. Die monatlichen Zählungen erlauben auch Rückschlüsse auf das Äsungsverhalten der Gänse und die räumliche Verteilung im Untersuchungsgebiet. Diese ist zudem abhängig von Faktoren wie Hochwasser, Schneebedeckung oder Jagden.

Die Daten werden mit Ortsangabe auf Karten vermerkt und anschließend ausgewertet.

Ermittlung des Jungvogelanteils

Der Anteil an Jungvögeln in den Trupps überwinternder Gänse lässt Rückschlüsse auf den Bruterfolg in der arktischen Tundra zu. Dort können bei ungünstigen Witterungsbedingungen oder hohen Verluste durch natürliche Feinde wie Polarfuchs und Raubmöwen sehr wenig Jungvögel flügge werden.

Bei kleineren Trupps kann der Anteil von Jungvögeln genau gezählt werden - bei sehr großen Gruppen von mehr als tausend Gänsen wird der Anteil über stichprobenartige Zählungen kleinerer Gruppen für den gesamten Trupp geschätzt.

Markierung von Gänsen

beringte SaatgansSeit rund einem Jahrhundert werden Vögel u. a. zur Erforschung ihrer Zugwege beringt. Im Laufe der Jahre haben sich die Methoden und Ziele der Beringung stark verändert, so hält heute die Satellitentelemetrie Einzug in die Vogelforschung. Viele Wildgänse werden heute auch mit Halsringen versehen, deren Zahlencodes einfach abgelesen werden können.

Für die Beringung von Blässgänsen wurde von der Universität Osnabrück ein detailliertes Konzept entwickelt.

Es gab und gibt verschiedene Forschungsprojekte bei denen Wildgänse beringt werden. Auf der folgenden Seite sind einige Beispiele aufgeführt.

Auf der Internetseite der Arbeitsgruppe "Blässgans" in der Deutschen Ornithologen Gesellschaft gibt es Abbildungen zur geografischen Verteilung der Rückmeldung beringter Wildgänse.

 

In den letzten Jahren wurden im Rahmen des „Europäischen Forschungsprojekts Blässgans“ viele Blässgänse in den Niederlanden mit GPS Satellitensendern ausgestattet. Die Sender, die mit Hilfe eines Rucksackssystems auf dem Rücken der Tiere befestigt wurden, bestimmen alle zwei Stunden von 6 Uhr morgens bis 20 Uhr abends die geographische Position der Gans.

Meldung beringter Gänse

Sie haben selbst beringte Wildgänse gesichtet? Dann leisten Sie einen kleinen Beitrag zum Gänseschutz, indem Sie ihre Beobachtungen melden. Fortgeschrittene können Ringablesungen direkt hier selber eingeben: http://www.geese.org/Ganzen/index.jsp. (Logindaten bekommt man nach Anmeldung).

Wildgänse

Hier erfahren Sie spannende Details sowie Zahlen und Fakten zu den am Niederrhein überwinternden Arten.

 

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