Kranenburg, 16.06.2010
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Erneut hohe Schlupfrate bei der Uferschnepfe in der Hetter


LIFE-Projekt zum Schutz der Wiesenvögel auf gutem Weg

Die Mitarbeiter des LIFE-Projektes zum Schutz der Uferschnepfe in der Hetter untersuchten auch in diesem Jahr wieder Bestand und Bruterfolg des seltenen Wiesenvogels. Erste Auswertungen der noch laufenden Untersuchungen zeigen erfreuliche Ergebnisse: In einem Teilbereich von etwa 100 Hektar Fläche ist die Anzahl der Brutpaare von 8 auf 20 angestiegen. Die zweite positive Überraschung: Aus allen kontrollierten Nestern waren Küken geschlüpft.


Nachdem im Vorjahr der Brutbestand der Uferschnepfe von 44 auf 34 Revierpaare gesunken war, sieht es in diesem Jahr wieder etwas besser aus. Allein in einem bereits ausgewerteten Teilbereich ist der Brutbestand um 150 % angestiegen. Die Projektleiterin, Susanne Klostermann ist erleichtert, dass der negative Trend zunächst gestoppt scheint und hat zudem auch eine schlüssige Erklärung für die hohe Revierdichte auf der Probefläche: „Wir haben in einem Teilbereich zur Vorbereitung der Maßnahmen einige Gräben probeweise aufgestaut. Das scheint den Uferschnepfen gefallen zu haben.“ Den beiden Feldforschern der NABU-Naturschutzstation, Daniel Doer und Andreas Barkow ist aber aufgefallen, dass dafür in einem anderen Bereich der Hetter weniger Reviere als im Vorjahr festzustellen waren. „Wir haben die Feldarbeit noch nicht ganz abgeschlossen, aber im zentralen Grünlandbereich der Hetter schien mir der Brutbestand nicht mehr so dicht wie im Vorjahr. Möglicherweise haben sich die Paare in die nasseren Bereiche verlagert“, vermutet Doer.

Martin Brühne, vom Naturschutzzentrum im Kreis Kleve, hat in Vorbereitung der Maßnahmen des LIFE-Projektes für das beauftragte Gutachterbüro regelmäßig die Wasserstände in den Einstaubereichen überprüft. Sein Fazit: „Es gelingt mit Aufstau wohl nicht, den einmal gefallenen Grundwasserstand anzuheben. Vielleicht ist es aber möglich, den Abfluss des vorhandenen Bodenwassers, z.B. nach dem Winter oder nach Niederschlägen, deutlich zu verzögern. Das kommt dann auch den Uferschnepfen entgegen. Genaueres werden wir aber wissen, wenn das Ergebnis der hydrologischen Gutachtens vorliegt.“

Ein weiterer Faktor, der den Erfolg der Uferschnepfen beeinflusst, zeigte sich bei den brutökologischen Untersuchungen. Die Uferschnepfe legte ihre Nester in den untersuchten Teilbereichen ausschließlich auf Naturschutzflächen an. Das sind Grünlandparzellen - entweder im Eigentum der NRW-Stiftung mit extensiver Bewirtschaftung oder Privatflächen, auf denen die Landwirte Vereinbarungen zum Vertragsnaturschutz abgeschlossen haben. Dabei verpflichten sie sich beispielsweise gegen eine Prämie, erst nach dem Abschluss der Brut von Wiesenvögeln die erste Mahd durchzuführen. Der Vergleich zwischen nährstoffreicheren und langjährig extensivierten Flächen fiel ebenfalls eindeutig aus. Interessanterweise befanden sich von 16 gefundenen Nestern lediglich drei auf Flächen, wo die Extensivierung noch wenig fortgeschritten ist. Das entspricht einem Anteil von weniger als 20 %. Die Uferschnepfe bevorzugt in der Hetter zur Anlage ihrer Nester also langjährig extensivierte Naturschutzflächen, die bis weit ins Frühjahr hinein sehr feucht bleiben.

Weitere Informationen unter http://www.life-uferschnepfe.de



verantwortlicher Autor: Dr. Andreas Barkow