Das Naturschutzgebiet Emmericher Ward

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Ansprechpartner in der NABU-Naturschutzstation: Klaus Markgraf-Maué

Inhalt

Was macht die NABU-Naturschutzstation in der Emmericher Ward?
Gebietsbeschreibung
Flora und Vegetation
Vögel
Schutz, Pflege und Entwicklung
Lage des NSG Düffel
Lage des NSG Emmericher Ward

Was macht die NABU-Naturschutzstation in der Emmericher Ward?

Naturnahe Rheinufer prägen die Emmericher Ward.
Naturnahes Flußufer im NSG Emmericher Ward.
Foto: Klaus Markgraf-Maué.
Die Emmericher Ward ist in besonderer Weise mit dem NABU im Kreis Kleve verbunden. Die dringend erforderliche Betreuung des bedeutenden Brut- und Rastgebietes vieler Wat- und Wasservögel war 1974 der konkrete Anlaß zur Gründung des "Bezirksverbandes Unterer Niederrhein" im damaligen Deutschen Bund für Vogelschutz, heute NABU. Auf betreiben des NABU wurde das Gebiet 1985 auf einer Fläche von ca. 300 ha als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Heute wird die Emmericher Ward von der NABU-Ortsgruppe Emmerich und der NABU-Naturschutzstation betreut. Im Auftrag des Landes führt die NABU-Naturschutzstation regelmäßig Erhebungen zur Flora und Fauna des Gebietes durch, beobachtet die Entwicklung des Gebietes und erarbeitet Maßnahmen zur Erhaltung und Optimierung desselben. Regelmäßige Führungen, die zusammen mit der NABU-Ortsgruppe Emmerich angeboten werden, bieten der interessierten öffentlichkeit Einblick in die Schönheit des Gebietes und seine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt.

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Gebietsbeschreibung

Im Naturschutzgebiet Emmericher Ward ist eine charakteristischer Ausschnitt der vielfältigen alten Grünland-Heckenlandschaft der Rheinaue erhalten. Es umfaßt die überschwemmungsflächen des Rheins zwischen dem Stadtgebiet Emmerich und der niederländischen Grenze. Als "Warden" werden höhergelegene "Inseln" innerhalb der Aue des Rheins bezeichnet. Dies trifft auf Teile des Gebietes zu, die bis zu 6m über dem mittleren Wasserstand des Rheins liegen und entsprechend nur selten überflutet werden.

In der Emmericher Ward ist ein ausgeprägtes Kleinrelief erhalten, das noch deutlich die gestaltende Kraft des Rheins erkennen läßt. Altwasser in verschiedenen Verlandungsstadien, zeitweise überflutete Senken, nasse und frische Wiesen und Weiden bis hin zu Trockenrasen auf den sandigen Höenrücken und alten Uferwällen bilden ein artenreiches Lebensraum-Mosaik. Diese auentypische kleinräumige Vielfalt ist am Unteren Niederrhein verbreitet der Abgrabung der Vorländer zum Opfer gefallen.

Bedeutende Brut- und Rastvorkommen zahlreicher Wat- und Wasservögel, winterliche Gänseschwärme und das vielfältige Nebeneinander selten gewordener Auenlebensräume mit artenreichen Pflanzengesellschaften der Altwasser und strombegleitenden Halbtrockenrasen machen den überregionalen Wert des Naturschutzgebietes aus.

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Flora und Vegetation

Auwald und Ruderalflächen - unterschiedliche Lebensräume auf engem Raum.
Sandrasen und Stromtal-Halbtrockenrasen finden sich in der Emmericher Ward in wertvoller Ausprägung. Foto: Klaus Markgraf-Maué.

Zuletzt 1997 hat die NABU-Naturschutzstation die Flora und Vegetation des Gebietes wissenschaftlich bearbeitet. Es konnten ca. 340 Gefäßpflanzenarten festgestellt werden, darunter 39 Arten, die in der Roten Liste der in Nordrhein-Westfalen gefährdeten Arten geführt sind.

Floristisch besonders wertvoll sind die Vorkommen typischer Pflanzengemeinschaften der Altwässer mit Seekanne, Quirblättrigem Tausendblatt und vielen anderen, verbreitet im Rückgang befindlichen Arten. Ebenso bedeutsam sind zum anderen gerade die besonders trockenen Standorte am südexponierten Hochufer des Rheins. Hier haben sich Reste der ehemals typischen rheinbegleitenden Stromtal-Trockenrasen mit Wiesensalbei, Echtem Ehrenpreis und weiteren prachtvollen Vertretern der wärmeliebenden Wiesenflora erhalten. Durch die Intensivierung der Landwirtschaft sind diese blütenreichen Wiesen heute weithin verschwunden.

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Vögel

Die Emmericher Ward ist überregional bedeutsam als Brut- und Rastgebiet seltener Wat- und Wasservögel. Uferschnepfe, Rotschenkel und Kiebitz gehören zu den regelmäßigen Brutvögeln. Knäk- und Schnatterente und Brandgans seien exemplarisch für die artenreichen Wasservogel-Brutvorkommen genannt. Die zum großen Teil unter Naturschutzauflagen extensiv bewirtschafteten Wiesen und Weiden sind Lebensraum von Wiesenpieper, Schafstelze und Wachtelkönig.

Die im Besitz des Bundes befindlichen Uferpartien des Rheins werden seit 1980 vom NABU gepachtet. Hier hat sich ein strukturreiches Mosaik aus Kiesflächen, Flachgewässern, Staudenfluren, und Weichholzauenwald entwickelt. Flußregenpfeifer, Teichrohrsänger, Blaukehlchen und Kleinspecht repräsentieren die verschiedenen Stadien bzw. Zonen des naturnahen Flußufer – und Auenkomplexes.

Von November bis Februar ist die Emmericher Ward wichtiger Teil des niederrheinischen überwinterungsgebietes von Bläß- und Saatgans. Bis zu 5000 Gänse nutzen das weite Grünland der Ward regelmäßig als Nahrungsgebiet.


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Schutz, Pflege und Entwicklung

Die wissenschaftliche Analyse des Zustandes des Naturschutzgebietes durch die NABU-Naturschutzstation in den Jahren 1996 und 1997 bildete die Grundlage für die Erarbeitung eines Konzeptes zur Pflege und Entwicklung des Gebietes. Im Februar 1998 legte die NABU-Naturschutzstation den Entwurf eines Biotopmanagementplanes vor. Die wichtigsten Ziele des Konzeptes sind:

Die besonders wertvollen offenen Auenkomplexe sollen mit ihren Vorkommen gefährdeter Arten und Lebensgemeinschaften erhalten und gefördert werden. Diese Bereiche müssen weiter landwirtschaftlich extensiv genutzt werden. Wesentliche Anteile sind im Besitz des Landes und werden unter entsprechenden Auflagen verpachtet. Grundlegende Bedeutung für den Erhalt dieser offenen Auenlandschaft wird Maßnahmen zur Stärkung der natürlichen Auendynamik im Gebiet zugemessen.

Ein anderer Teil des Gebietes, so der Vorschlag, kann ohne wesentliche Verluste derzeit wertbestimmender Strukturen in Auenwald überführt werden. Hierfür bietet die Emmericher Ward sehr gute Vorraussetzungen, da die gesamte Höhenamplitude von der häufig überschwemmten Unteren Weichholzaue bis zu den hochgelegenen, nur sehr selten vom Hochwasser beeinflußten Standorten der Hartholzaue vetreten ist.

Ein wichtiger Teil des Konzeptes beschäftigt sich mit dem Thema Besucherlenkung. Teile des Gebietes mit den Brut- und Rastvorkommen sehr seltener und störungsempfindlicher Vogelarten brauchen unbedingte Ruhe. Andererseits sollen Besucher das Reservat mit seinen Besonderheiten, seiner Schönheit und seinen vielfältigen Bezügen zur Geschichte der Landschaft und ihrer Nutzung durch den Menschen erwandern und erleben können. Durch entsprechende Wegeführung und Information der Besucher soll die Verbindung beider Ziele erreicht werden. In einem ausgesprochen störungsempfindlichen Gebiet, wie der Emmericher Ward, ist die Beachtung der Wegegebote und befristeten Sperrungen durch die Besucher besonders wichtig. Regelmäßige fachkundige Führungen bieten Gelegenheit sich näher mit der Natur des Gebietes vertraut zu machen.

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