Kranenburg, 17.05.2010
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Kormoran-Exkursion mit Zugabe

TeilnehmerInnen einer geführten Exkursion zur Kormoran-Kolonie in der niederländischen Lobberdense Waard konnten sich über die Beobachtung einer seltenen Zwergscharbe freuen. Am 16. Mai hat die NABU-Naturschutzstation zu einer Exkursion in die größte Brutkolonie des Vogels des Jahres 2010, des Kormorans, in der Region De Gelderse Poort eingeladen. Dabei konnten auch einige andere seltene Vogelarten beobachtet werden: eine Zwergscharbe, die eigentlich in Südosteuropa und Westasien brütet, sowie drei Löffler, dessen nächste Brutvorkommen an der niederländischen Nordseeküste liegen. „Die Beobachtung der kleineren Kormoranverwandten Zwergscharbe ist ein besonderer Glücksfall, da diese Art nur sehr selten in Mitteleuropa zu sehen ist“, freut sich Exkursionsleiter Daniel Doer von der NABU-Naturschutzstation.

In dem zukünftigen Naturentwicklungsgebiet der Lobberdense Waard vor den Toren der kleinen rechtsrheinischen Ortschaft Pannerden brüten die meisten Kormorane im deutsch-niederländischen Naturraum De Gelderse Poort. Aktuell sind es dieses Jahr 130 Paare, die in toten Bäumen auf Inseln und ehemaligen Dämmen in einem Abgrabungsgewässer brüten. Nach der Unterschutzstellung des Kormorans durch die EU-Vogelschutzrichtlinie wurde diese Kolonie 1985 gebildet. Danach stieg der Bestand auf ein Maximum von gut 300 Paaren vor etwa 15 Jahren, bevor die Brutpopulation ziemlich kontinuierlich auf das heutige Niveau abfiel. „Auch hier erweist sich die Behauptung, dass Kormoran-Brutbestände allerorten in den Himmel wachsen, als Mär“, teilte Landschaftsökologe Doer den interessierten Exkursionsteilnehmern mit.
Bei der Führung am vergangenen Sonntag konnten viele unterschiedlich alte Kormorane beobachtet werden. Manche späten Brüter unter den Altvögeln saßen noch auf den Eiern, andere hatten jungen Nachwuchs im Dunenkleid. Es gab auch schon mehrere Wochen alte Jungvögel, die bereits erste Federn des Jugendkleids trugen. Außerdem konnten vorjährige und etwa zwei Jahre alte Kormorane beobachtet werden, die sich als Nichtbrüter in der Kolonie aufhielten. Abgerundet wurde die Exkursion durch allerlei Wissenswertes rund um den aufkommenden Weidenauenwald in der Lobberdense Waard. Auch der angrenzende Pannerdensche Kanal, an dem sich der Rhein in Nederrijn und Waal aufteilt, war Thema der naturkundlichen Führung.


Belegfoto der seltenen Zwergscharbe in der Kormoran-Kolonie am 16.05.2010. Foto: Pia Fetting, NABU-Naturschutzstation e.V.

verantwortlicher Autor: Daniel Doer