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Mehr Schutz für den Kiebitz

26. April 2013: Kranenburg. Die Zahlen sind alarmierend – die Bestände des Kiebitzes gehen dramatisch zurück. Zwei aufeinanderfolgende Zählungen der NABU-Naturschutzstation Niederrhein im April 2013 ergaben, dass in diesem Jahr nur 120 bis 130 Paare im Naturschutzgebiet Düffel brüten. Das scheint im Vergleich zu den weit niedrigeren Zahlen bei Uferschnepfen (10-15 Paare im Naturschutzgebiet) nicht so dramatisch, doch ein Vergleich zum Jahr 1983, als das Vogelschutzgebiet ausgewiesen wurde, bedeutet es für die Kiebitze einen Rückgang um 65 Prozent. Damals wurden in der Düffel fast 350 Paare erfasst.

 

„Beim Wiesenvogelschutz ist die Uferschnepfe zu einer der zentralen Arten geworden, da sie akut vom Aussterben bedroht ist, doch wenn wir nicht bald reagieren, wird den Kiebitz schon bald ein ähnliches Schicksal ereilen“, erklärt Vogelschutzexperte Daniel Doer. Sowohl die Inanspruchnahme des FFH-Ausgleiches als auch der EU-Flächenprämie durch die bewirtschaftenden Landwirte erfordert auch schon jetzt eine Rücksicht auf die Gelege bodenbrütender Vögel – leider klappt das in der Praxis bisher nur in Einzelfällen.

 

„Noch ist der Kiebitz durch das Artenschutzrecht nicht unmittelbar geschützt, doch durch den dramatischen Rückgang werden schon bald strenge Schutzmaßnahmen nötig sein, die von den Landwirten auch in der Region besondere Rücksichtnahme verlangen. Umso besser ist es da, wenn schon jetzt – auch ohne Gesetze und Auflagen - auf die bedrohte Art Rücksicht genommen wird. Dies könnte unter Umständen die Bestandssituation stabilisieren und so das Schlimmste verhindern“, so Dr. Volkhard Wille, 1. Vorsitzender der NABU-Naturschutzstation.

 

Kiebitzerfassung, 12.04.2013

 

Die Karte zeigt die Verteilung der Kiebitzreviere am 12. April 2013. Durch Bewirtschaftung (Schleppen, Ackerbestellung) werden leider laufend Gelege zerstört und es kommt zur Brutaufgabe. Einige Paare verlagern sich auch auf andere Parzellen. Gerade auf noch nicht gestellten Äckern (z.B. zum Maisanbau) könnte durch eine Verzögerung der Einsaat bis Mitte Mai der Schlupf abgewartet werden. Die Vögel wandern dann in der Regel mit ihrem Nachwuchs ab und der Acker kann bestellt werden. Es gibt auch entsprechende Angebote des Vertragsnaturschutzes, die den Landwirt für diese Rücksichtnahme entschädigen.