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Und was sagen die Freiwilligen selbst?

Einen Erfahrungsbericht schreiben, der nicht öde und langweilig wird? Einer der mit Begeisterung gelesen wird und dennoch alle wichtigen Erfahrungen und Fakten enthält? Nicht möglich? Für uns schon!

 

Wer wir sind? Die ZÖPIS (Erklärung folgt) der Jahre 2017/2018: Björn, Gerrit, Sophia und ich – Fabienne. Zusammen haben wir jetzt schon über die Hälfte unseres Freiwilligendienstes bestritten und dabei viel Spaß gehabt. Da uns normale Vorstellungen per Powerpoint oder generell per Vortrag ziemlich langweilen, haben wir uns überlegt, ein kleines Interview zu führen. 

 

 Orchideenwiesenmahd 201731 

Zöpis in Aktion: Bei der Orchideenwiesenmahd 2017 - aber Büroarbeit gibt es auch jede Menge

 

Bevor ich aber die Anderen interviewe, möchte ich mich doch ganz kurz per "Vortrag" vorstellen:

Mein Name ist, wie oben schon erwähnt, Fabienne und ich bin 20 Jahre alt. Als Bundesfreiwilligendienstlerin bin ich hauptsächlich für die Umweltbildung im Kinder- und Jugendbereich tätig. Diesen kann ich übrigens jeden empfehlen, der es liebt, für die Kinder ein Programm aufzubauen, welches sowohl beliebte Themen wie Biene Maja, Piraten und Cowboys beinhaltet als auch gleichzeitig Umweltthemen und das dazugehörige Wissen vermittelt. So, jetzt genug von mir und zu den anderen:

 

Fabienne: "Hallo zusammen, dann fangt mal an: Ihr seid ZÖPIS, was heißt das denn genau? Ich dachte, ihr seid Freiwillige?"

 

Gerrit: „Natürlich sind wir Freiwillige, aber auch Zöpis. Zöpi(s), ist hier die allgemeine Abkürzung für die Freiwilligen. Z steht dabei für Zivildienstleistende, heute durch den Bundesfreiwilligendienst ersetzt (allerdings hat sich die Abkürzung Böpis nicht durchgesetzt), Ö für das ökologische freiwillige Jahr, P für die Praktikanten und um das I wird gestritten. Wir Freiwilligen sagen I steht für Interessierte."

 

"Ihr seid ja alle in unterschiedlichen Bereichen eingeteilt, welche sind diese?"

 

Sophia: „Ich bin der Gäko = Gänseexkursionskoordinatorin und sorge dafür, dass die Exkursionen zu den arktischen Wildgänsen reibungslos verlaufen. Außerdem bin ich für das Lager zuständig.“

 

Björn: „Öffentlichkeitsarbeit ist mein Schwerpunkt. Aber grundsätzlich gibt es viele Aufgaben, die wir alle machen. Zum Beispiel Telefondienst, Arbeiten und Kartierungen draußen, oder die Planung von Ferienerlebnistagen.“

 

Gerrit: „Ich bin der Ehri-Zöpi und dadurch für die Kommunikation zwischen Station und den Ehrenamtlichen (z. B. Niederrhein-Guides) verantwortlich. Den größten Teil meiner Arbeitszeit bin ich allerdings der EDV-Zöpi und kümmere mich dadurch um alles was mit Technik zu tun hat.“

 

"Was gefällt euch am besten?"

 

Sophia: „Neben den zahlreichen Herausforderungen liebe ich die Kormoranzählung. Dazu müssen wir früh morgens mit dem Fahrrad in die Niederlande fahren und die Kormorane von den tausenden Wildgänsen unterscheiden und registrieren. Wenn man Glück hat, sieht man sogar während des Zählens einen Sonnenaufgang.“

 

Björn: „Die Abwechslung in den Aufgabenbereichen ist hier am besten, so kann man verschiedene Tätigkeiten draußen machen, wie etwa die verschiedenen Kartierungen. Diese mögen wir besonders gern, aber auch die Bürotätigkeiten sind spaßig. Nach der Arbeit ist es hier auch schön, mit den WG-Mitbewohnern das Leben ohne Eltern zu meistern und Aktionen wie Schwimmen, Fahrradfahren oder Kino zu planen und durchzuführen.“

 

"Und was mögt ihr gar nicht?"

 

Alle: "Wenn man verschiedene Fristen einhalten muss und dadurch fast alles gleichzeitig gemacht wird und man dann noch in den intensiven Arbeitsphase gestört wird, wodurch man seinen Tag ganz umgestalten muss. Das kommt auch schon mal vor."

 

Gerrit: "Aber zum Glück hat man dann Ansprechpartner bei den Hauptamtlichen, mit denen man das klären kann."

 

"Jetzt verbringt ihr ja nicht nur Zeit während der Arbeit zusammen, sondern auch in der Wohngemeinschaft, wie ist das? Ihr kanntet euch ja vorher auch nicht."

 

Sophia: „Klar gibt es Meinungsverschiedenheiten und es ist oft ziemlich chaotisch, aber es wird nie langweilig."

 

Fabienne selbst dazu: „Wir hatten kaum Probleme, selbst als wir uns am Anfang nicht kannten. Bei uns ist dies kaum aufgefallen, wir hatten schnell eine Gemeinsamkeit gefunden – Schokolade – und nachdem wir geklärt hatten, dass wir zusammen essen, kochen und saubermachen, wurden wir schnell so etwas wie eine zweite Familie. Man hat Spaß zusammen, streitet sich ab und zu, versöhnt sich wieder etc. – eben das was eine Familie ausmacht.“

 

Gerrit: „Wir hatten keine andere Wahl, als uns wohl zu fühlen, nicht nur, dass die Station, die Mitbewohner ganz gut ausgesucht hat. Auch durch unsere Vermieter, mit denen wir des Öfteren auch Bier am Lagerfeuer trinken und Oli, ihrem Hund, fühlt man sich direkt wohl.“

 

Björn: "Meine Sorgen sind schon in den ersten Kennlerntagen verflogen. Natürlich ist das auf Dauer dann doch noch mal etwas anderes. Man lernt sich sehr gut kennen und nicht nur von der Schokoladenseite (zwinker)."

 

"Wie läuft es jetzt so in der Station?"

 

Sophia: „Obwohl wir jetzt schon länger in der Station arbeiten, gibt es immer wieder neue Aufgaben, die wir machen können, wodurch es auch noch nach über einen halben Jahr abwechslungsreich bleibt. So war etwa von November bis Februar die Gänsesaison, in der wir uns vor allem auf die Gänseveranstaltungen vorbereitet haben. Über‘s Jahr verteilt gibt es zusätzlich verschiedene Natur- und Ferienerlebnistag und Kinderexkursionen. Im Frühjahr fangen dann die Kartierungen (z. B. Biberkartierungen) statt, bei denen wir mitfahren dürfen. Je nachdem welchen Aufgabenbereich wir haben, wird es dadurch manchmal ruhiger und manchmal etwas stressiger, aber es macht immer Spaß.“

 

Björn: „Jeder Tag ist anders. Es gibt zwar ein paar tägliche Aufgaben wie das Zeitung lesen, oder verwalten der Anmeldungen zu den verschiedenen Exkursionen, aber mal ist man Vögel zählen, mal übernimmt man Telefondienst, gestaltet einen Flyer oder bereitet sich auf die nächste Veranstaltung vor.“

 

"Wie sind die Kollegen von euch so?"

 

Sophia: „Alle Kollegen sind sehr Zöpi-freundlich und toll. Selbst die Kollegen, die uns nicht direkt betreuen, kann man fragen, ob man beispielsweise mit ihnen für eine Party einkaufen gehen kann, da wir selber kein Auto haben. Daher treffen wir uns auch mit manchen in unserer Freizeit zum chinesischen Essen, Papierschöpfen (ja wirklich), Glühweintrinken oder einfach nur so.“

 

Björn: „Es ist hier sehr schön, dass man wertgeschätzt wird und auch eigene Interessen mit einbringen kann.“

 

"Wenn ihr zurückblickt, wie ihr hier angefangen habt – habt ihr euch verändert, was dazugelernt oder macht ihr jetzt etwas anders als zu Beginn?"

 

Sophia: „Ich koche anders als früher, ich würde sagen besser, und kann ganz gelassen die Telefonate in der Station führen, was am Anfang nicht so der Fall war.“

 

Björn: „Auf jeden Fall. Ich glaube, das halbe Jahr hat mir schon viel gebracht. Zum Beispiel durch das  gemeinsame Leiten von Exkursionen oder das Arbeiten mit Webseiten und Exceltabellen. Aber auch sich persönlich zu organisieren, zu kochen (sicherlich noch ausbaufähig)…“

 

Gerrit: „Ich bin vor allem ordentlicher geworden und habe verschiedenes Wissen beispielsweise zu Gänsen erlernt.“

 

"Was ist besser – BFD oder FÖJ? Wo sind die Unterschiede?"

 

...

 

Nach einer Schlägerei mit blutigen Nasen, Bisswunden und Knochenbrüchen wurde das Interview abgebrochen. Diese Frage kann wohl nicht beantwortet werden. Dabei werden in der Station doch die Freiwilligen alle gleich behandelt.

 

 

Erfahrungsberichte

Hier kommen unsere Freiwilligen selbst zu Wort über ihre Arbeit, die Station und das Leben in der WG.

 

auch die Freiwilligen der Jahre davor, haben teilweise ihre Erfahrungen und ihren typischen Arbeitsalltag aufgeschrieben:

 

Gänseexkursionen

 

Öffentlichkeitsarbeit

 

Vegetationskartierung

 

Wiesenvogelschutz

 

Umweltbildung