VEW

Details Geldenberg im Reichswald

Gebietsbeschreibung


Das knapp 600 Hektar große Naturschutzgebiet Geldenberg bildet den Kern des gut 5.000 Hektar großen Reichswaldes. Weite Teile des Reichswaldes wurden im und nach dem 2. Weltkrieg zerstört, geplündert und mit Kiefernbeständen wieder aufgeforstet. Die meisten naturnahen Altbestände, die diese Entwicklung überstanden haben, finden sich rund um den Geldenberg. 1971 wurden zwei Flächen als „Naturwaldzellen“ aus der Nutzung genommen. Mit der Ausweisung als Naturschutzgebiet wurde die Nutzung der übrigen Altwälder reduziert und teils aufgegeben.


Bei der Ausweisung zum Naturschutzgebiet war vereinbart worden, diese Altbestände sehr zurückhaltend unter Aussparung von Totholz-, Höhlen- und weiterer besonderer Bäume zu nutzen. Nadelholzbestände sollen nach und nach in Laubwälder mit der natürlichen Baumarten-Zusammenstellung, also Buche und Eiche überführt werden.

 

Was macht die NABU-Naturschutzstation Niederrhein am Geldenberg?

Das Naturschutzgebiet Geldenberg ist Teil des Reichswaldes und damit Staatswald. Bewirtschaftet wird es durch das Regionalforstamt Niederrhein, davor durch das Forstamt Kleve. Die NABU-Naturschutzstation Niederrhein hat diese forstliche Betreuung durch eine naturschutzfachliche Perspektive von 1999 bis 2007 begleitet.
Durch die Erfassung jedes einzelnen toten und verletzten dicken Baumes konnte nachgewiesen werden, wie sehr die Totholzmenge durch die Maßnahme „Nichts tun“ in einem alten Laubwald zunimmt. Durch regelmäßige Erfassung der Brutvögel konnte gleichzeitig aufgezeigt werden, dass die Höhlenbrüterbestände darauf mit einer kontinuierlichen Zunahme ihrer Bestände reagierten.
Auf Vorschlag der NABU-Naturschutzstation wurden zusätzlich zu den vorhandenen Flächen ganz ohne Nutzung weitere Bereiche vollständig aus der Nutzung genommen. Diese Flächen werden im Zuge des „Wildniserlasses“ des Landes NRW nochmals deutlich ausgeweitet.

Vögel

Insbesondere in den Beständen, die seit längerem ungenutzt bleiben, hat sich sehr viel Totholz angesammelt. Spechte, Kleiber, Hohltauben, Baumläufer und andere Höhlenbrüter finden sich in diesen Beständen in ungewöhnlich großer Zahl. Schwarzspecht, Kleinspecht, Trauerschnäpper, Gartenrotschwanz und Waldbaumläufer sind die größten vogelkundlichen Besonderheiten des Naturschutzgebietes.

Das Angebot an dicken Stämmen und Faulstellen im Holz, die sich für die Anlage von Höhlen besonders eignen, ist nur ein Grund für das starke Auftreten dieser Vögel. Der zweite Grund liegt in dem riesigen Nahrungsangebot. Das viele Totholz des Waldes ist nämlich Lebensraum von mehreren hundert Käferarten, deren Vertreter wiederum die Nahrungsbasis für die vielen Vögel darstellen.

Pflanzenwelt

Im Gegensatz zur Tierwelt ist die Pflanzenwelt nur spärlich vertreten. Zwar wuchern vor allem in den Kiefernbeständen Brombeeren und Adlerfarn, aber typische Waldarten sind spärlich. In den Buchenwäldern fällt die Stechpalme, auch Hülst genannt, auf. Dieser Strauch ist typisch für alte, naturnahe Wälder in wintermilder Klimalage.

Ab und an kann man den Waldsauerklee finden, oder die Pillen-Segge. Die Seltenheiten des NSG sind sehr versteckt und kaum zu finden
Eichenfarn (Gymnocarpium dryopteris): Dieser Farn ist in den großen Wäldern der Mittelgebirge recht verbreitet. Das Vorkommen im Reichswald stellt einen weit abgelegenen Vorposten dar.
Spreuschuppiger Wurmfarn (Dryopteris affinis): Auch dieser Farn hat im Reichswald einen weit abgelegenen Vorposten.

Info

schutzgebiete geldenberg 01

 

Das Naturschutzgebiet Geldenberg im Reichswald ist eines der letzten naturnahen Bereich im Reichswald. Die NABU-Naturschutzstation Niederrhein betreute das Naturschutzgebiet von 1999-2007 naturschutzfachlich.

 

Ansprechpartner:

 

Dietrich Cerff

 

Telefon: 02826-9187612

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