Insektenfreude – mit regionalen Wildpflanzen

Worum geht es?

Artenvielfalt – leicht gemacht! Das Ziel des Projekts „Insektenfreude“ im Bundesprogramm Biologische Vielfalt: Kunden sollen zukünftig regionale Wildpflanzen im Topf beim Gartenmarkt um die Ecke kaufen und direkt einpflanzen können. Begleitend werden wir mit Informationen, Schulungen, Workshops und Öffentlichkeitsarbeit dafür sorgen, dass die insektenfreundlichen Pflanzen in und auf möglichst vielen Gärten, Balkons, Betriebsgeländen und kommunalen Grünflächen blühen.

Die Beiträge von Insektenfreude – mit regionalen Wildpflanzen, um die Artenvielfalt zu erhalten:

  1. Pflanzen aus der Region finden mehr Verbreitung im Siedlungsraum.
  2. Insekten, die sich an diese Pflanzen angepasst haben, erhalten Nahrung und Lebensraum.
  3. Letztlich kommt dies auch Vögeln und anderen Tieren in der Nahrungskette zugute.

Das sechsjährige Projekt, das im Herbst 2020 gestartet ist, soll die Artenvielfalt wirksam erhöhen. Als Zielgebiet gilt zuerst das sogenannte Ursprungsgebiet 2, das in etwa dem Nordrhein-westfälischen Flachland mit Unterem Weserbergland entspricht. Für den Verkaufsstart im April 2022 wurde das Label der „kleinsten Insektenschutzgebiete Deutschlands“ kreiert. Mit den Erfahrungen aus diesem Gebiet soll später das Projekt auf weitere Teile Deutschland ausgeweitet werden.

Mehr Infos zu den „kleinsten Insektenschutzgebieten Deutschlands“ und Möglichkeiten, sie zu kaufen oder auch zu produzieren: www.insektenfreude.de.

 

Warum ist das Projekt wichtig?

Durch die zunehmend industrialisierte Landwirtschaft, aber auch Flächenversiegelung und Luftverschmutzung samt Stickstoffeinträgen in den Boden werden die natürlichen Lebensräume für Wildpflanzen zerstört. Weniger dieser Wildstauden bedeutet auch: weniger Lebensraum, Nahrung, Nistmöglichkeiten und Überwinterungsplätze für Insekten.

Als unsere wichtigsten Pflanzenbestäuber sorgen Insekten für unsere Nahrung, sie regulieren die Anzahl der Schädlinge, sorgen für die Reinhaltung unserer Gewässer, führen tote Biomasse in den Mineralstoffkreislauf zurück und dienen Amphibien, Reptilien, Fischen, Vögeln und Säugetieren als Nahrung. Eine abnehmende Zahl an Insekten wirkt sich somit an mehreren Stellen negativ aus.

Zahlreiche Kommunen, Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen erkennen mittlerweile den dringenden Handlungsbedarf. Wir wollen diese Erkenntnis noch verstärken und zur Umsetzung motivieren, indem wir konkret aufzeigen, wie man sich für Insekten einsetzen kann.

Unser Projekt schließt deshalb die Lücke zwischen dem Willen zu helfen und einfacher Umsetzung: Zusammen mit regionalen Kooperationspartnern werden wir eine Vielzahl an heimischen Wildpflanzen im Handel anbieten. Alle, die sich an der Rettung der Insekten beteiligen möchten, können dann konkret, schnell und nachhaltig helfen.

Ansprechpartnerinnen:
Ortrun Heine und Katja Plumbaum

 

Wer finanziert und unterstützt das Projekt?

Das Projekt Insektenfreude wird im Bundesprogramm Biologische Vielfalt gefördert vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) – sowie vom Kreis Kleve, der Stadt Kleve und der Stadt Emmerich am Rhein.

Mehr Informationen

auf der Projekt-Website

Gärtnereien und Verkaufsstellen

Im Rahmen des Projekts „Insektenfreude – mit regionalen Wildpflanzen“ soll jeder die Möglichkeit haben, sozusagen das „kleinste Insektenschutzgebiet Deutschlands“ in den eigenen Garten zu integrieren und damit einen wichtigen Beitrag für mehr Insektenvielfalt im urbanen Raum zu leisten. Ebenso gut gedeihen die Pflanzen auf Balkonen und auf vielen verschiedenen privaten, betrieblichen oder kommunalen Flächen.

Geplant ist eine Verkaufssaison ungefähr von April bis August in Abhängigkeit der teilnehmenden Gärtnereien. Auf der Website www.insektenfreude.de listen wir während der Saison die Märkte auf, die Bürgerinnen und Bürger, Kommunen und Betriebe mit regionalen Wildpflanzen versorgen.

 

Sie sind Gärtner*in oder Händler*in? Bitte melden Sie sich bei uns. Wir zeigen Ihnen, wie Sie mitmachen können.

 

Mehr zum Hintergrund:
Im Rahmen eines Forschungsvorhabens wurde für die kommerzielle Produktion von regionalem Saatgut eine Abgrenzung von 22 Ursprungsgebieten erarbeitet. Dazu weitere Infos unter:

Mehr Informationen:
Steckbrief auf der Website des Bundesamtes für Naturschutz