Details Hetter - Millinger Bruch

Die Hetter ist eine weite, offene grünlandgeprägte Landschaft der ehemaligen Rheinaue. Der Name Hetter geht auf die Hattuarier zurück. Ein Germanenstamm, der sich hier vor zweitausend Jahren zu der Zeit ansiedelte, als der Rhein die Nordgrenze des Römischen Reiches bildete.

Ein Teil (658 Hektar) der "Hetter" ist heute als Naturschutzgebiet "Hetter-Millinger Bruch" ausgewiesen und erstreckt sich zwischen Emmerich und Rees entlang der niederländischen Grenze. Das Gebiet ist ein Feuchtwiesengebiet von landesweiter Bedeutung und ist Bestandteil des Natura 2000-Netzwerkes der EU. Das Gebiet ist auch Bestandteil des RAMSAR-Gebietes Unterer Niederrhein und des gleichnamigen Vogelschutzgebietes.


Von überregionaler Bedeutung sind die Sumpfdotterblumenwiesen im östlichen Großen Hetterbogen, am Unteren Niederrhein einmalig in diesem Umfang und dieser Ausprägung sowie der für NRW einmalige Bestand an Uferschnepfen und das Vorkommen fünf weiterer Wiesenwatvogelarten: Bekassine, Rotschenkel, Großer Brachvogel, Kiebitz und Austernfischer.
Das Naturschutzgebiet gliedert sich in die Teilbereiche Netterden, Großer Hetterbogen, Kleiner Hetterbogen und Millinger Bruch. Der Große Hetterbogen ist für die Uferschnepfe das wichtigste Brutgebiet in NRW. In diesem Teilbereich werden Maßnahmen zur Optimierung des Lebensraumes der Uferschnepfe im Rahmen des LIFE-Projektes Uferschnepfen-Lebensraum Hetter zusammen mit dem Projektpartner Naturschutzzentrum im Kreis Kleve e.V. durchgeführt. Im Millinger Bruch und zum Teil im Kleinen Hetterbogen ist eine strukturreiche Heckenlandschaft mit zahlreichen Kopfbaumreihen erhalten.

 

Schutz- und Entwicklungsziele

Die Verordnung für das Naturschutzgebiet sieht lediglich einen sogenannten Grundschutz vor, das bedeutet, die landwirtschaftliche Nutzung ist wenig passgerecht hinsichtlich des  Wiesenvogelschutzes. So haben sich die Brutbestände der Uferschnepfe nicht nur im gesamten Ramsargebiet Unterer Niederrhein sondern auch im Naturschutzgebiet seit den siebziger Jahren deutlich verringert. Ursache ist die großräumige Entwässerung von Feuchtwiesen in der ehemaligen Auenlandschaft. Nachfolgend kam es zu einer immer stärkeren Intensivierung der landwirtschaftlichen Nutzung der Flussmarschen.

Engagement der NRW-Stiftung

Deshalb hat die NRW-Stiftung seit 1991 auf Antrag des Naturschutzbundes NABU rund 80 Hektar Land im Naturschutzgebiet erworben. Weitere 35 Hektar befinden sich im Besitz des Naturschutzbundes. Diese Flächen sind an ortsansässige Landwirte verpachtet und werden naturschutzgerecht bewirtschaftet. Die Landwirte sind somit die wichtigsten Kooperationspartner des Naturschutzes im Schutzgebiet.
Auch der Klimawandel macht den Uferschnepfen zu schaffen. Es ist deutlich eine Tendenz zu trockeneren, wärmeren Frühjahren zu beobachten. Damit setzt das Pflanzenwachstum zeitiger ein und das Feuchtgrünland trocknet schneller ab. Die Folge ist, dass sich die Nahrungsverfügbarkeit für Watvögel und die Überlebensrate der Küken verringert.

Flora

Flora und Vegetation weisen erfreuliche Entwicklungen auf, insbesondere auf den 110 Hektar extensiv bewirtschafteten Parzellen der NRW-Stiftung, des NABU und des Feuchtwiesenschutzprogramms. Mit 233 Arten existiert in der Hetter ein umfangreiches Spektrum. Darunter befinden sich 19 Arten der Roten Liste NRW.

Unter den 74 Brutvogelarten verhalten sich erfreulicherweise die Bestände von 32 Arten stabil bzw. zunehmend. Viele charakteristische Brutvogelarten des Naturschutzgebiet sind allerdings bestandsgefährdet. Zurückgehende Bestände der Arten in NRW greifen offenbar auf die Situation im Naturschutzgebiet durch.

Rastvögel

Die hohe Bedeutung des Naturschutzgebiets Hetter für 77 Rastvogelarten wird durch umfangreiches Datenmaterial dokumentiert. Die stetige Anwesenheit vieler Arten und ihre Individiuenanzahl belegt, daß das NSG eines der wichtigsten Rastgebiete im Feuchtgebiet internationaler Bedeutung Unterer Niederrhein ist.

Amphibien und Libellen

Bis auf die Arten Grasfrosch, Teichfrosch und Erdkröte kommen keine Amphibien mehr in der Hetter vor. Dem artenreichen Spektrum der Libellen (24 Arten) stehen überwiegend geringe Individuenanzahlen und mäßig viele Bodenständigkeitsnachweise gegenüber. Die Libellenbestände sind mit Ausnahme von 4 kommunen Arten im Naturschutzgebiet gefährdet. Das artenärmere Spektrum der Heuschrecken konzentriert sich mit seinen Beständen an Säumen und Wegrändern. Erfreulich sind die Vorkommen von drei Arten, welche Feuchtwiesen präferieren. Viele Arten treten mit geringen Individuenanzahlen auf.

Info

schutzgebiete Hetter fotos 01

 

Die beiden Hetterbögen schmiegen sich eng an die deutsch-niederländische Grenze. In der Hetter ist heute ein einzigartiges Feuchwiesengebiet erhalten geblieben - das wichtigste Brutgebiet der Uferschnepfe in NRW.

 

Gebietsbetreuerin:

 

Susanne Klostermann

 

Telefon: 02826-9187603

E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!