Schutzkategorien

Natur und Landschaft können auf verschiedene Art und Weisen geschützt werden. Das europäische Recht, das Bundesnaturschutzgesetz oder das Landschaftsgesetz NRW sehen dafür verschiedene Kategorien vor.

In Deutschland fällt die Gesetzgebung im Naturschutz in den Aufgabenbereich der Bundesländer. Der Bund gibt mit dem Bundesnaturschutzgesetz lediglich einen Rahmen vor. Jedes Bundesland kann in besonders schützenswerten Landschaften Schutzgebiete ausweisen. Diese Ausweisung erfolgt nach dem Bundesnaturschutzgesetz.

Bei der Ausweisung eines Schutzgebietes wird festgesetzt:


was in einem Gebiet geschützt werden sollen,
welchen Zweck dieser Schutz erfüllen soll,
welche Ver- und Gebote zur Erreichung dieses Schutzes notwendig sind
  und
welche Pflege-, Entwicklungs- und Wiederherstellungsmaßnahmen dafür
  umgesetzt werden müssen.

 

Daneben gibt es noch nach europäischem Recht geschützte Gebiete. Am Unteren Niederrhein sind folgende Schutzkategorien vertreten, zusätzlich ist eine internationale Konventionen von Bedeutung. Während internationale Konventionen keine direkte Rechtswirkung für Privatpersonen sondern nur für die unterzeichnenden Staaten entfalten, gilt europäisches und nationales Recht verbindlich.

 

 

Eine Übersicht, was eigentlich ein Schutzgebiet ist und was unterschiedliche Schutzkategorien bedeuten, finden Sie hier.

 

Nationales Recht

 

Naturschutzgebiet

In Naturschutzgebieten hat der Schutz von Natur und Landschaft Vorrang vor menschlichen Nutzungen. Ein Naturschutzgebiet muss nicht ausschließlich für den Schutz ganzer Landschaften ausgewiesen werden, sondern kann auch einzelne Lebensräume oder gefährdete Tier- und Pflanzenarten schützen. Der Schutzzweck sowie die Ver- und Gebote werden in einer behördlichen Verordnung festgesetzt. Alle Handlungen, die das Gebiet oder seine Bestandteile zerstören, beschädigen oder negativ verändern, sind verboten. In Naturschutzgebieten ist grundsätzlich ein Wegegebot zu beachten, das bedeutet, die Wege dürfen zur Vermeidung von Störungen wildlebende Tier- und Pflanzenarten nicht verlassen werden.

Landschaftsschutzgebiet

Auch Landschaftsschutzgebiete werden für den besonderen Schutz von Natur und Landschaft ausgewiesen. Im Gegensatz zu Naturschutzgebieten, sind Landschaftsschutzgebiete häufig größflächiger und haben zumeist geringere Nutzungseinschränkungen. Sämtliche Nutzungen können jedoch eingeschränkt werden, wenn sie den Gebietscharakter negativ verändern oder nicht mit dem Schutzzweck des Gebietes zu vereinbaren sind.

Gesetzlich Geschützte Biotope (§ 62-Biotope)

In NRW sind seltene ökologisch sensible Lebensräume (Biotope) über den § 62 des Landschaftsgetzes geschützt. Das Landschafsgesetz ist das nordrhein-westfälische Naturschutzgesetz. Alle Nutzungen oder Maßnahmen, die den Biotop zerstören oder negativ Beeinträchtigen können sind untersagt. Gesetzlich geschützte Biotope müssen nicht wie Naturschutz- und Landschaftsschutzgebiete ausgewiesen werden. Somit ist der Schutz von seltenen und ökologisch wertvollen Biotopen auch ausserhalb von Schutzgebieten gewährleistet. Zu den gesetzlich geschützten Biotopen gehören Lebensräume wie Trockenrasen, Röhrichte oder Auenkolke.

Geschützter Landschaftsbestandteil & Naturdenkmal

Darüber hinaus können ökologisch wertvolle Einzelschöpfungen wie alte Bäume oder als Naturdenkmal ausgewiesen werden. Größere Landschaftselemente wie Alleen oder Hecken können als geschützte Landschaftsbestandteile festgesetzt werden. Naturdenkmäler und geschützte Landschaftsbestandteile unterliegen einem weniger strengen Schutz als Naturschutzgebiete.

 

Europäisches Recht

 

Zusätzlich zu den deutschlandweit über Bundesrecht geschützten Gebieten, sind viele dieser Gebiete gleichzeitig auch über europäisches Recht geschützt.

 

FFH-Gebiete

Europaweit bedeutsame Gebiete werden über die FFH-Richtlinie (Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie) der Europäischen Union geschützt. Als FFH-Gebiete werden solche Gebiete ausgewiesen, in denen ökologisch bedeutsame Lebensraumtypen (z.B. Auenwälder) sowie Tier- und Pflanzenarten vorkommen. Die Gebiete, die als FFH-Gebiete und Vogelschutzgebiete ausgewiesen werden, müssen auch durch nationales Recht geschützt werden. Am häufigsten werden die Gebiete gleichzeitig als Naturschutzgebiete ausgewiesen, seltener nur durch eine Rechtsverordnung.

EU-Vogelschutzgebiete

Noch lange vor der Verabschiedung der FFH-Richtlinie, wurde 1979 die Vogelschutzrichtlinie der Europäischen Union verabschiedet. Diese verlangt von den Mitgliedstaaten besonders bedeutsame Rast-, Durchzugs-, Überwinterungs- und Brutgebiete als Vogelschutzgebiete auszuweisen. Für europaweit gefährdete Arten müssen ebenfalls Schutzgebiete nach Vogelschutzrichtlinie ausgewiesen werden. Die meisten der deutschen Vogelschutzgebiete finden sich entlang der Küsten - in NRW ist das 1983 ausgewiesene Vogelschutzgebiet Unterer Niederrhein das zweitgrößte.

 

Info

Eine Übersicht, was eigentlich ein Schutzgebiet ist und was unterschiedliche Schutzkategorien bedeuten, finden Sie in dem Hauptartikel. Grundsätzlich werden Ausweisungen von Schutzgebieten nach nationalem und internationalem Recht unterschieden. 

Am Niederrhein sind neben der internationalen Ramsar-Konvention auch verschiedene nationale und internationale Schutzkategorien von Bedeutung.

 

Internationale Konventionen

 

RAMSAR-Konvention zum Schutz von
  Feuchtgebieten internationaler
  Bedeutung

 

Nationales Recht

 

Naturschutzgebiet

Landschaftsschutzgebiet

Gesetzlich geschützte Biotope

Geschützter Landschaftsbestandteil

Naturdenkmal

 

Europäisches Recht

 

EU-Vogelschutzgebiet

Flora-Fauna-Habitat Gebiet
  (FFH-Gebiet)