Zwei Projekte – ein gemeinsames Ziel am Rhein

Mehr Flussnatur am Niederrhein – das ist das gemeinsame Ziel der beiden EU-LIFE-Projekte „Fluss- und Auenoptimierung Emmericher Ward“ und „Nebenrinne Bislich-Vahnum“. Der technische Ausbau zur bedeutendsten Binnenwasserstraße Europas hat dem Rhein seine natürliche Vielfalt und Lebendigkeit genommen. Die Strukturarmut begrenzt heute maßgeblich das Leben im Strom.

Beide Projekte setzen genau hier an: Durch die Anlage und Reaktivierung durchströmter Nebenrinnen wird dem Rhein wieder mehr Strukturvielfalt und Dynamik zurückgegeben – und damit Raum für typische Lebensräume der Fluss- und Auenlandschaft geschaffen. Ziel ist es, ehemals charakteristische Strukturen, Tier- und Pflanzenarten des Niederrheins wieder zu fördern und langfristig zu sichern.

Die Planungen für diese Maßnahmen begannen bereits um das Jahr 2000 im Rahmen vorbereitender Projekte, unter anderem gefördert durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt und Interreg-Mittel der EU. Da der Niederrhein ein dicht besiedelter Raum mit vielfältigen Nutzungsansprüchen ist – etwa durch Hochwasserschutz, Binnenschifffahrt und Landwirtschaft – waren umfangreiche Gutachten, Abstimmungen und Genehmigungsverfahren erforderlich. Die Umsetzung erfolgte schließlich im Rahmen zweier LIFE-Projekte, finanziert von der Europäischen Union, dem Land Nordrhein-Westfalen und mehreren Umwelt- und Naturschutzstiftungen.

Bei Wesel-Bislich entstand ein neuer Seitenarm von etwa 1,3 Kilometern Länge, der aus neu angelegten und bestehenden Gewässern zusammengesetzt und tief an den Rhein angebunden wurde. In der Emmericher Ward bei Emmerich wurde auf knapp zwei Kilometern Länge eine regelmäßig durchströmte Nebenrinne angelegt und auf rund 22 Hektar die Entwicklung neuen Auenwaldes initiiert. Während der Bauarbeiten wurden viele Tausend Kubikmeter Boden bewegt; die endgültige Gestaltung übernahm anschließend der Rhein selbst.

Der Erfolg ist sichtbar: Zahlreiche typische Tier- und Pflanzenarten naturnaher Flusslandschaften haben die neuen Lebensräume schnell besiedelt. Biber, Fische, Wasservögel und Amphibien nutzen die Nebengerinne ebenso wie eine Vielzahl von Pflanzenarten, die sich auf den neuen Flächen etablieren. Die beiden Projekte leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Wiederbelebung der Fluss- und Auenlandschaft am Niederrhein.

👉 Mehr zum Projekt „Nebenrinne Bislich-Vahnum“
👉 Mehr zum Projekt „Fluss- und Auenoptimierung Emmericher Ward“