Ehrenamtliche für den Schleiereulenschutz gesucht

NABU-Naturschutzstation Niederrhein sucht neue Mitstreiterinnen und Mitstreiter, um den Schutz der Schleiereule langfristig zu sichern
Eulenkästen kontrollieren, neue Brutplätze schaffen und Hauseigentümer beraten: Für den Schutz der Schleiereule werden dringend weitere Ehrenamtliche gesucht. Gleichzeitig zeigt ein Beispiel aus Kranenburg-Frasselt, wie erfolgreich die Zusammenarbeit zwischen engagierten Bürgerinnen und Bürgern sowie erfahrenen Eulenschützern sein kann.

Kleve/Kranenburg. Rund um Kleve setzen sich seit vielen Jahren Ehrenamtliche für den Schutz der Schleiereule ein. Sie bauen und betreuen Nistkästen, kontrollieren bestehende Brutplätze und stehen Eigentümerinnen und Eigentümern von Scheunen, Ställen oder anderen geeigneten Gebäuden beratend zur Seite. Dieses Engagement ist von großer Bedeutung, denn die an den Menschen angepassten Vögel verlieren zunehmend ihre natürlichen Brutplätze. Durch die Umnutzung und Sanierung vieler landwirtschaftlicher Gebäude finden Schleiereulen immer seltener geeignete Nistmöglichkeiten.

Damit diese wichtige Arbeit auch in Zukunft fortgeführt werden kann, sucht die NABU-Naturschutzstation Niederrhein neue Ehrenamtliche. Wer keine Höhenangst hat, über etwas handwerkliches Geschick verfügt und sich für den Artenschutz begeistern kann, ist herzlich willkommen. Besonders gefragt sind Menschen, die bereit sind, Eulenkästen anzubringen und zu kontrollieren sowie ihr Wissen über die Tiere weiterzugeben. Denn viele der langjährig Aktiven haben über Jahrzehnte wertvolle Erfahrungen gesammelt, die nun an die nächste Generation von Eulenschützerinnen und Eulenschützern weitergegeben werden sollen.

Wie erfolgreich dieses Engagement sein kann, zeigt ein Beispiel aus Kranenburg-Frasselt. Auf dem Hof der Familie van Bergen wurde eine Scheune zu einem modernen Pferdestall umgebaut. Die dort ansässigen Schleiereulen suchten jedoch weiterhin ihren angestammten Brutplatz auf. Gemeinsam mit dem langjährigen Eulenschützer Heinz Nielen wurde deshalb eine Lösung entwickelt: Ein Brutkasten wurde so angebracht, dass die Eulen ihn weiterhin von außen erreichen können. Die Maßnahme erwies sich als voller Erfolg. Inzwischen konnten bereits mehrere Bruten im Kasten beobachtet werden.

Zusätzlich installierte die Familie van Bergen eine Nestkamera. Klemens van Bergen richtete dafür einen YouTube-Kanal ein, der ganzjährig Livebilder aus dem Eulenkasten zeigt. Beim NABU-Treff im Juni berichteten er und Heinz Nielen über ihre Erfahrungen und gaben spannende Einblicke in das Leben der Schleiereulen. Der Livestream begeistert mittlerweile zahlreiche Zuschauerinnen und Zuschauer und macht die Arbeit für den Eulenschutz einer breiten Öffentlichkeit zugänglich.


Auch Werner Reintjes aus Kleve war bei dem Treffen dabei. Der 89-Jährige hat in mehr als zehn Jahren über 60 Eulenkästen gebaut, angebracht und betreut. Gemeinsam mit Heinz Nielen warb er für das Ehrenamt und machte deutlich, wie wichtig es ist, dass der Staffelstab an neue Engagierte übergeben wird.

Nicht nur Menschen, die aktiv mitarbeiten möchten, können zum Schutz der Schleiereule beitragen. Auch Eigentümerinnen und Eigentümer von Scheunen, Ställen oder anderen Gebäuden, die den Eulen weiterhin einen Platz bieten möchten, können sich an die Eulenexperten wenden. Oft lassen sich mit einfachen Maßnahmen geeignete Brutplätze erhalten oder neu schaffen. So können Mensch und Schleiereule auch künftig erfolgreich zusammenleben.

Interessierte Ehrenamtliche sowie Gebäudeeigentümerinnen und -eigentümer können sich bei der NABU-Naturschutzstation Niederrhein melden unter ehrenamt@nabu-naturschutzstation.de.

 

Portrait einer Schleiereule (Foto: Ivan Tymofeiev)
Schleiereulen-Sceenshot der Webcam YouTubekanal (Klemens van Bergen)
NABU-Treff Schleiereulen (NABU-Naturschutzstation Niederrhein)