Neue Nebenrinne und neuer Auenwald für den Rhein
Auch in der Emmericher Ward bei Emmerich gingen durch den Ausbau des Rheins zur Wasserstraße viele natürliche Fluss- und Auenstrukturen verloren. Auenwälder, Flutrinnen und dynamische Gewässerläufe fehlen heute weitgehend. Dabei gehören Weich- und Hartholzauen zu den artenreichsten Lebensräumen Mitteleuropas und sind ein zentrales Entwicklungsziel im EU-Vogelschutzgebiet „Unterer Niederrhein“.
Das Projekt „Fluss- und Auenoptimierung Emmericher Ward“ verfolgte das Ziel, durch die Anlage einer regelmäßig durchströmten Nebenrinne und die Entwicklung eines neuen Auenwaldes die natürliche Dynamik der Flussaue wieder zu stärken und neue Fluss-Lebensräume zu schaffen.
Die Nebenrinne
Für die Nebenrinne wurde eine alte, noch teilweise vorhandene Flutrinne im Bereich verlandeter Buhnenfelder reaktiviert. Vier Buhnen wurden landseitig auf 40 bis 45 Meter Breite durchbrochen, die Flutrinne vertieft und zur Nebenrinne umgestaltet. Zusätzlich wurde ein kleines Abgrabungsgewässer in den Verlauf integriert.

Insgesamt wurden rund 70.000 Kubikmeter Boden bewegt. Die Sohlbreite beträgt etwa 30 Meter. Die Nebenrinne ist auf dem Niveau „Mittelwasser minus ein Meter“ an den Rhein angebunden und damit an durchschnittlich rund 270 Tagen im Jahr durchströmt. Ein- und Auslauf sind befestigt, der übrige Verlauf bleibt unbefestigt und kann sich dynamisch verändern.
Entwicklung des Auenwaldes
Parallel zur Gewässerentwicklung wurde auf rund 22 Hektar die Entwicklung eines neuen Auenwaldes initiiert. In der häufig überschwemmten Weichholzaue dominieren überflutungstolerante Arten wie Silberweiden und Pappeln, in der höher gelegenen Hartholzaue entwickeln sich Eichen, Ulmen und Eschen.
Das Projekt setzt überwiegend auf Eigenentwicklung. Nur auf etwa 15 Prozent der Fläche wurden Gehölzinseln als Initialpflanzungen angelegt. Die übrigen Flächen wurden für die spontane Ansiedlung heimischer Gehölze vorbereitet und der natürlichen Entwicklung überlassen. Bereits vorhandene Feldgehölze wurden einbezogen und dienen als Keimzellen für neue Waldbestände.
Wirkung
Nebenrinne und Auenwald unterliegen einer ständigen Dynamik durch wechselnde Wasserstände, Strömungen und Sedimentbewegungen. Dadurch entstehen vielfältige Lebensräume, die von zahlreichen Pflanzen- und Tierarten genutzt werden. Das Projekt verbindet Hochwasserschutz, Naturschutz und Flussentwicklung und trägt dazu bei, dem Rhein ein Stück seiner natürlichen Vielfalt zurückzugeben.
Mehr zum Projekt
Weitere Informationen sind in der Projektbroschüre zu finden. Sie kann hier heruntergeladen werden und ist an der NABU-Naturschutzstation Niederrhein in Papierform erhältlich.
Aktuelle Entwicklungen
Entlang des Rheins sind die Naturschutzreferentinnen und -referenten der NABU-Naturschutzstation weiterhin besonders engagiert tätig. Das aktuelle EU-Life-Projekt „Wiederherstellung des Feuchtgebietscharakters der Rheinaue Emmericher Ward“ läuft noch bis Ende 2026 und weitere Projekte sind in Vorbereitung. Es lohnt sich die Webseite im Blick zu behalten.
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